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Elternkompetenz / beruflicher Vorteil

Warum fangen wir nicht an, Elternkompetenz als Bausteine für die berufliche Kar­riere zu definieren. Einem Vater, dem die Elternschaft gelingt, der also eine faire Be­ziehungsgestaltung gelernt hat, Mut zur Konsequenz beweist und in emotional brenz­li­gen Situationen nicht ausrastet, wird diese Kompetenzen auch beruflich nutzen kön­nen. Einer Mutter (insbesondere wenn sie alleinerziehend ist), der es gelingt, gleich­zei­tig Erzieherin, Krankenschwester, Haushaltsmanagerin zu sein, und die die Bezie­hungs­pflege zu den lieben Verwandten nicht aus dem Auge verliert, wird auch im Be­ruf mit Multitasking-Aufgaben zurecht kommen. Das Deutsche Jugendinstitut hat 2002 zusammen mit der Katholischen Arbeiterbewegung eine beachtenswerte Studie hierzu durchgeführt.[1] Zum Beispiel konnten Sie zeigen, dass Eltern durch die Familienarbeit sowohl in den Kompetenzen Organisationsfähigkeit, Belastbarkeit und Stressbewältigung als auch Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein deutlich zulegen.


Seit drei Jahren trainiere ich Eltern im Frankfurter Bankenviertel und mache die Er­fahrung, dass Mitarbeiter durch den Zugewinn an Elternkompetenz Vorteile im beruf­lichen Bank-Alltag erleben. So kann ein Vorgesetzter besser aus der Streitspirale nicht nur mit seiner Tochter sondern auch mit seinem Mitarbeiter aussteigen. Eine Mitarbei­terin hat das Wundermittel des Lobens entdeckt – sowohl bei ihrem Sohn, als auch bei ihrem Chef und Kollegen. Bisher war in Führungsetagen der Betriebe die Meinung vorherrschend, dass der Mitarbeiter seinen Familienstress an der Haustüre abstreifen könne und gelassen zur Arbeit komme. In einer Pilotstudie konnte das WorkLife-Institut zusammen mit der DekaBank aufzeigen, dass von drei Mitarbeitern zwei die häusliche Familienatmosphäre nahtlos auf die Arbeit mitnehmen. Sie sehen ihre Stim­mung am Arbeitsplatz entscheidend durch Erfolge bzw. Misserfolge von Zuhause be­einflusst[2]. Die WorkLife-Balance beginnt folglich auch Zuhause wirkt sich im beruflichen Sektor aus.

Dieser Zusammenhang ist natürlich nicht neu. Schon im Alten Testament werden die Auswirkungen einer gelungenen oder misslingenden WorkFamily-Balance beschrieben[3]. Zum Beispiel wird von König David berichtet[4], wie er seine eigene Familie nicht „unter Kontrolle“ halten kann. Vereinfacht gesagt, bringen sich seine Söhne gegenseitig um, bis nur noch Salomo übrig bleibt. Das ist vereinfacht dargestellt. Worauf es aber hier ankommt, ist Davids Trauer um seinen getöteten Sohn Absalom[5]. Joab hatte ihn zwar gegen den ausdrücklichen Befehl Davids umgebracht, aber nur zum Wohle Davids (auch, wenn das so nicht deutlich gesagt wird). Vor lauter Kram beschimpft David seine eigenen Soldaten, die ihm mehr oder weniger das Leben gerettet hatten. Zum Glück weist Joab David darauf hin und der König besinnt sich eines besseren, denn sonst hätte sich auch sein eigenes Heer gegen ihn gewandt.

In einer weiteren Studie konnte das WorkLife-Institut zeigen, dass drei von vier Eltern erwarten, dass sie ihre Elternkompetenzen im beruflichen Alltag gut nutzen können. Mütter erwarten diesen Effekt signifikant intensiver als Männer, was ver­mutlich auch darauf zurückzuführen ist, dass Frauen in der Studie hauptsächlich teil­zeitbeschäftigt waren und das Hinüberschwappen (Spillover-Effekt) von Eltern­kom­pe­tenzen in den Beruf direkter nachvollziehen können.[6] Gegenwärtig untersucht das WorkLife-Institut, durch welche Maßnahmen dieser Spillover-Effekt für Betriebe optimiert werden kann, also inwiefern durch ein konzentriertes Coaching Eltern­kom­petenzen besser in die berufliche Situation hinüberschwappen können.[7]
Auch diese Ergebnisse werden bereits im Neuen Testament als bekannt vorausgesetzt und für die Personalentwicklung genutzt. Dort mussten kirchliche Mitarbeiter mit Führungsverantwortung, intakte Familien haben, als Vorrausetzung für die gemeindlichen Leitungsaufgaben.[8]

Literaturquellen

[1] Gerzer-Sass, Annemarie (2001): Familienkompetenzen als Potenzial einer innovativen Personalentwicklung. In: Leipert, C. (Hg.): Familie als Beruf: Arbeitsfeld der Zukunft. Opladen
[2] Lask, Joachim (2003). DekaPEP-Studie; www.worklife-institut.de
[3] Dr. Diehl, Johannes (2005). Persönliche Mitteilung
[4] Bibel: Zweites Buch Samuel, Kapitel 9 und Kapitel 11-20
[5] Bibel: Zweites Buch Samuel, Kapitel 19, 1-9
[6] Lask, Joachim (2004) WorkLife-Sudie 2004 – Ergebnisbericht; www.workfamily-institut.de
[7] Lask, Joachim (2005) WorkLife-Studie 2005 – Studienbeschreibung; www.workfamily-institut.de
[8] Bibel: Erster Brief des Paulus an Timotheus, Kapitel 3


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