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Wert und Würde der Familie

Warum jedoch wird das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ gegenwärtig so heiß diskutiert und warum steigt der Wert der Familie an der Börse? Da schaut man schon mal gerne in Länder, in denen die Geburtenrate deutlich höher ist als in Deutschland. Z.B. Frankreich oder in Irland werden statt der hiesigen Geburtenrate von 1,34 satte 2,2 bzw. 2,4 Kinder pro Frau geboren (Generationenersatz = 2,1 Kinder / Frau). Schnell ist man dabei, Rezepte zu kopieren, statt zu kapieren. Da werden kurz­fristig Kindertagesstätten aus dem Boden gestampft damit beide Eltern kurz nach der Geburt wieder voll erwerbstätig sein können, ohne zu fragen, ob gegebenenfalls Mütter oder Väter auch gerne Vollzeit-Mutter oder Vollzeit-Vater sein wollen.

Ich bin der Überzeugung, dass wir neu erkennen müssen, dass es hier nicht um eine Wertsteigerung der Familie gehen kann, die man wie ein Aktienpaket an der Börse handelt, deren Wert steigt, weil die Nachfrage bei den Rentenversicherungsträgern gerade mal hoch ist. Gleichwohl beklage ich, dass der Lebensstandard von Familien gegenüber dem der Alleinlebenden seit 1965 kontinuierlich nach unten gegangen ist und die Wertschätzung der

Familie vom Bundesverfassungsgericht zu Recht angemahnt wurde. Wir haben offenbar in der Verfolgung gesellschaftlicher Leitbilder so lange auf Kosten der Familie gelebt, bis sich diese Ressource immer mehr erschöpft hat. Nun, da die Rechnung nicht mehr aufgeht, entdecken wir ihren „Wert“ wieder. „Stärkung der Familie“, „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sind die Schlagworte oder Leitsätze, ohne dass ein wirklich spürbares Umdenken stattfindet.

Meines Erachtens haben wir neu zu respektieren, dass Familie eine Würde hat und einen enormen Wert in sich darstellt! So wie ein Menschenleben seinen Wert nicht erst beweisen muss oder es von jemand bemessen wird, so bin ich mit Prof. Bernd Wannenwetsch[1] (Universität Oxford) der Meinung, dass die Zuschreibung der Würde gegenüber der Familie, ihr die angemessene Achtung ausdrückt. Damit wird Familie in sich als gut und sinnvoll anerkannt, und muss sich nicht erst von ihrer Funktionalität her recht­fertigen. So bezeugt die Bibel, dass die Welt auch in sozialpsychologischer Hin­sicht kein Chaos, sondern ein Kosmos ist, in dem der Schöpfer dem Zusammenleben von Menschen zum Beispiel in Ehe und Familie bestimmte Formen zuweist. Martin Luther hat diesen Gedanken aufgenommen, in dem er die elementare Lebensformen Ehe und Familie als „Mitgeschöpfe“ bezeichnete.

Gelingt uns hier eine neue Ausrichtung, die Würde der Familie neu zu entdecken, dann wird es uns viel leichter fallen, Familie nicht nur als sinnvolle Last zu empfin­den, der wir uns aus der Pflicht heraus stellen. Dann können wir Ehe und Familie neu als Ort der Lebensschule entdecken, die Basiszelle der Gesellschaft ist. Dann werden wir ohne wenn und aber Familien in ihren

Aufgaben unterstützen. Wir werden stolz darauf sein, Papa und Mama sein zu dürfen und diese Aufgaben neben dem berufli­chen Werdegang zu schätzen und zu achten. Dies könnte auch zu einer weiteren Anerkennung von Elternschaft in unseren Gemeinden durch Politik und Wirtschaft führen. Denn eines ist sicher: wenn wir weiterhin so mit der Familie umgehen, werden wir unsere Rente selbst verdienen müssen.

Literaturquelle

[1] Wannenwetsch, Bernd : Bulletin Nr. 5 (Frühjahr 2003), hrsg. vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft;
http://www.ojc.de/buendnis_texte/detail.php?nr=33&kategorie=buendnis_texte


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